Zwei Frauen in Spreewaldtrachten beidseitig eines Mannes im Anzug mit Kleinkind auf dem Arm. Szene vor einem Spreewaldhaus.

Foto: Familie Schulz mit Annemaries Tante (rechts) in Festtagstracht, um 1930.
(Fotoarchiv Familie Möbus)

Im Jahr 1726 vollendete der Burger Hans Knigk die Errichtung seines Hauses auf Kauper. Noch heute ist die Jahreszahl gut lesbar in einem Deckenbalken der Stube zu finden.
 

Jahreszahl 1726

Seitdem lebten und arbeiteten viele Generationen in dem für den Burger Spreewald typischen Wohnstallhaus. Das Bauwerk wurde punktuell auf großen Findlingen gegründet. Das heißt, dass die Schwellen (unterste Balkenlage) erhöht auflagen. Der Boden des Hauses schwebte sozusagen und war somit unterlüftet, aber auch gegen kleinere Überschwemmungen geschützt. Die Findlinge verhinderten außerdem ein Aufsteigen von Bodenfeuchte in das Holz. Diese Bauweise kann heute wieder an dem Haus nachvollzogen werden.

Die Wohnräume, Stall und Tenne waren vorteilhaft unter einem Dach untergebracht. Die Eindeckung erfolgte mit Schilf. Der Wirtschaftsteil erfuhr im Laufe der Zeit immer wieder bauliche Veränderungen. So wurden u.a. die hölzernen Wände durch Ziegelmauerwerk ersetzt. Der Wohnteil hingegen blieb als Blockbau aus Schrotholzbohlen kontinuierlich bestehen, was das Haus heute so außergewöhnlich macht. Es ist das älteste erhaltene Wohnstall-Blockhaus im Spreewald und sogar der Niederlausitz. Eine weitere Besonderheit des Baus ist u.a. der erhalten gebliebene große, hölzerne Schornstein der einstigen „schwarzen Küche“.

Bis zum Jahr 2005 stand das Gebäude an seinem originalen Standort am westlichen Ende des Burger Nordweges. Heute befindet es sich in der Byhleguhrer Straße 17.

Es steht exemplarisch für einst hunderte charakteristische Blockhäuser der Burger Streusiedlung; für einen Bautypus, der sich durch seine solide, funktionale und anpassungsfähige Architektur über Generationen bewährt und bis heute erhalten hat.

Christoph Messow
Mai 2026